Über Fehlbildungen

Fehlbildungen im Harn- und Genitaltrakt sind bei Neugeborenen nicht selten. Dank moderner Ultraschalluntersuchungen können viele dieser Anomalien bereits vor oder kurz nach der Geburt erkannt werden. In Deutschland werden bei etwa 1 % der Neugeborenen Störungen im Harntransportsystem diagnostiziert. Diese Fehlbildungen können unterschiedliche Ursachen haben und erfordern eine sorgfältige Abklärung, um den optimalen Behandlungsweg zu bestimmen.

Harntransportstörungen

Harntransportstörungen bei Neugeborenen entstehen oft durch angeborene Verengungen an verschiedenen Stellen des Harntrakts. Solche Verengungen können am Ausgang der Niere, im unteren Harnleiter oder durch einen Rückfluss von Urin aus der Blase in den Harnleiter verursacht werden. Dieser Rückfluss, auch als Vesikoureteraler Reflux (VUR) bekannt, führt dazu, dass Urin in die Nieren zurückfließt und potenziell zu Infektionen oder Schäden an den Nieren führen kann.

Diagnostische Maßnahmen

Die erste Abklärung erfolgt durch eine körperliche Untersuchung, eine Urinuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Blase. Diese nicht-invasiven Methoden bieten einen ersten Überblick über mögliche Anomalien. Falls notwendig, können anschließend weiterführende diagnostische Schritte wie eine Miktionszysturethrographie oder eine Szintigraphie eingeleitet werden, um die genaue Ursache der Harntransportstörung zu ermitteln.

Behandlung und Prognose

In vielen Fällen kann bei Harntransportstörungen zunächst abgewartet werden, da viele dieser Fehlbildungen im Laufe des Wachstums spontan ausheilen. Die regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion und der Harnwege ist jedoch wichtig, um sicherzustellen, dass keine langfristigen Schäden auftreten. In schwereren Fällen oder wenn die Fehlbildung fortbesteht, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden, um die normale Harnpassage wiederherzustellen.

Hodenhochstand (Kryptorchismus)

Der Hodenhochstand ist eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen bei Jungen. Dabei wandert der Hoden nicht vollständig aus dem Bauchraum durch den Leistenkanal in den Hodensack. Dieser Zustand kann direkt nach der Geburt oder in den ersten Lebensjahren erkannt werden. Ein unkorrekt positionierter Hoden kann langfristig die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Risiko für Hodenkrebs erhöhen, weshalb eine frühzeitige Behandlung wichtig ist.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose erfolgt durch eine einfache körperliche Untersuchung und eine Ultraschalluntersuchung, um die Lage des Hodens genau zu bestimmen. Wenn der Hoden in der Leiste oder im Bauchraum verbleibt, kann eine operative Verlagerung in den Hodensack erforderlich sein. Dieser Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt, ist minimalinvasiv und hat eine hohe Erfolgsrate. Es ist wichtig, den Hodenhochstand bis spätestens zum Ende des zweiten Lebensjahres zu behandeln, um Komplikationen zu vermeiden.

Hypospadie

Die Hypospadie ist eine Fehlbildung des Penis, bei der sich die Harnröhrenöffnung nicht an der Spitze, sondern am unteren Teil des Penis befindet. Dies kann mit einer Krümmung des Penis bei Erektion verbunden sein. Die Schwere der Hypospadie variiert je nach Lage der Harnröhrenöffnung und dem Vorhandensein von Begleitproblemen wie einer Peniskrümmung.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose wird durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Abhängig von der Position der Harnröhrenöffnung und dem Vorhandensein einer Peniskrümmung wird entschieden, ob und wann eine operative Korrektur notwendig ist. Der Eingriff kann das normale Wasserlassen und die Sexualfunktion im späteren Leben sicherstellen. In vielen Fällen wird die Operation im Kleinkindalter durchgeführt, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und eine normale Entwicklung zu gewährleisten.

Sollte der Stein nicht spontan abgehen oder zu groß sein, um den Harnleiter zu passieren, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

Nierensteinzertrümmerung (ESWL): Hierbei handelt es sich um ein nicht-invasives Verfahren, bei dem Stoßwellen verwendet werden, um den Stein in kleinere Fragmente zu zertrümmern. Diese kleineren Teile können dann leichter ausgeschieden werden.

Blasenspiegelung mit Harnleiterschiene: Wenn der Stein den Harnfluss vollständig blockiert, kann eine innere Harnleiterschiene (Ureterstent) durch eine Blasenspiegelung eingesetzt werden. Diese Schiene ermöglicht den Abfluss des Urins um den Stein herum und reduziert die Blockade.

Fazit

Fehlbildungen des Harntrakts und der Genitalien bei Kindern sind oft gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Eine genaue Diagnose und regelmäßige Kontrollen sind entscheidend, um das optimale Vorgehen zu bestimmen. In vielen Fällen können diese Fehlbildungen ohne langfristige Folgen korrigiert werden, sodass die Kinder eine normale Entwicklung erleben. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir einen individuellen Behandlungsplan, der auf die spezifischen Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt ist.

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