Über Nierensteine

Nieren- und Harnleitersteine sind eine häufige Stoffwechselerkrankung, die durch die Bildung von harten Ablagerungen aus Mineralien und Salzen in den Nieren verursacht wird. Diese Steine können über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleiben, bis sie sich aus dem Nierenbeckenkelchsystem lösen und in den Harnleiter wandern. Sobald sie dort eine Abflussstörung des Harns verursachen, machen sich die Beschwerden häufig schlagartig bemerkbar.

Symptome bei Nierensteinen

Das erste und auffälligste Symptom bei Nierensteinen ist der plötzliche Beginn von starken, wellenartigen Schmerzen, die in der Regel im Flankenbereich auftreten. Diese Schmerzen, auch als Nierenkolik bezeichnet, können im weiteren Verlauf in den Unterbauch oder sogar in das Genitale ausstrahlen, wenn sich der Stein tiefer in den Harnleiter bewegt. Oft gehen diese Schmerzen mit weiteren unangenehmen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen einher, was die Belastung für die Betroffenen noch verstärkt. Die Schmerzen sind oft so intensiv, dass sie als kaum auszuhalten beschrieben werden.

Diagnose und Untersuchungen

Nach einer kurzen Anamnese und körperlichen Untersuchung erfolgt, wenn möglich, eine Urinuntersuchung, um Infektionen oder Blut im Urin nachzuweisen. Parallel wird sofort eine Schmerztherapie eingeleitet, um die starken Schmerzen zu lindern. Mittels Ultraschall wird überprüft, ob durch den Stein eine Harnstauung im Nierenbecken entstanden ist. Dies gibt Aufschluss über die Größe des Steins und die Schwere der Abflussbehinderung.

Spontaner Abgang von Nierensteinen

Erfreulicherweise gehen etwa 80 Prozent der Nierensteine spontan ab, ohne dass ein operativer Eingriff erforderlich ist. Die Betroffenen müssen in solchen Fällen lediglich die Schmerzen behandeln und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um die Ausscheidung der Steine zu fördern. Kleinere Steine können häufig auf diesem Weg innerhalb weniger Tage bis Wochen den Körper auf natürlichem Weg verlassen.

Behandlungsoptionen bei größeren Steinen

Wenn der Stein nicht von selbst abgehen sollte oder zu groß ist, um die Harnleiterpassage zu passieren, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL): Diese Methode verwendet Stoßwellen, um den Nierenstein zu zertrümmern. Die kleineren Fragmente können dann auf natürlichem Weg ausgeschieden werden.

Harnleiterschiene (Ureterstent): Sollte der Stein zu groß sein, um den Harnleiter zu passieren, kann durch eine Blasenspiegelung eine innere Harnleiterschiene gelegt werden, die den Urinfluss wiederherstellt und die Blockade umgeht.

Harnleiterspiegelung (Ureteroskopie): In einem zweiten Eingriff kann der Stein durch eine spezielle Spiegelung entfernt werden, indem er mit feinen Instrumenten aus dem Harnleiter geborgen wird.

Vorbeugung und Ursachenanalyse

Neben der akuten Behandlung der Nierensteine ist es wichtig, die zugrunde liegenden Ursachen zu identifizieren, um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Durch eine umfassende Harnsteinanalyse sowie eine Urin- und Blutuntersuchung können wir gemeinsam die Ursachen der Steinbildung herausfinden. Auf dieser Grundlage entwickeln wir einen individuellen Plan, der Maßnahmen zur Vorbeugung zukünftiger Nierensteinleiden umfasst. Dies kann Änderungen in der Ernährung, eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme oder medikamentöse Maßnahmen beinhalten.

Fazit

Nieren- und Harnleitersteine können extrem schmerzhaft sein, sind aber in den meisten Fällen gut behandelbar. Eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte Behandlung können nicht nur die akuten Beschwerden lindern, sondern auch verhindern, dass sich neue Steine bilden. Mit einer Kombination aus moderner Bildgebung, effektiver Schmerztherapie und vorbeugenden Maßnahmen lassen sich Nierensteine erfolgreich managen.

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