Über Tumorerkrankung

Die Früherkennung urologischer Tumoren wie Prostata-, Nieren-, Blasen-, Hoden- und Penistumoren ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und moderne Diagnoseverfahren können viele Tumoren früh entdeckt und effektiv behandelt werden. Auch bei fortgeschrittenen Stadien stehen heute zahlreiche Therapien zur Verfügung, um die Erkrankung zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht zu den wichtigsten Tumorarten im Urogenitaltrakt und deren Diagnose- sowie Therapiemöglichkeiten.

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor des alternden Mannes und kann im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung durch eine Blutuntersuchung des Blutwertes Prostataspezifisches Antigen (PSA) und eine Tastuntersuchung der Prostata früh erkannt werden. Der Vorteil einer Erkennung des Tumors in einem frühen Stadium liegt darin, dass man bei über 80 Prozent der Patienten eine Heilung durch eine lokale Therapie erzielen kann. Erfreulicherweise wissen wir heute, dass bei Männern mit nur einer geringen Tumorlast möglicherweise ein abwartendes Verhalten ohne Therapie ausreicht (=aktive Überwachung). 

Die Untersuchung umfasst neben der Befragung körperlichen Untersuchung eine Ultraschalluntersuchung der Nieren, der Blase und der Prostata und eine Blutuntersuchung des PSA-Wertes. Zeigt sich hier ein auffälliger Befund, so wird gegebenenfalls eine Kernspintomographie (MRT-Untersuchung) der Prostata veranlasst.

Je nach Befund der Kernspintomographie wird entschieden, ob eine Probenentnahme der Prostata in der Regel als MRT-Fusionsbiopsie notwendig ist. In Abhängigkeit von dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung des Probenmaterials besprechen wir mit Ihnen das weitere Vorgehen und treffen gemeinsam eine Entscheidung. Selbst in fortgeschrittenen Stadien können wir heute durch eine moderne medikamentöse Therapie versuchen die Symptome der Erkrankung zu lindern.

Nierenzellkarzinom

Das Nierenzellkarzinom ist mit einer Häufigkeit von 7/100000 EinwohnerInnen pro Jahr in Deutschland nicht sehr häufig. Grundsätzlich liegt der Vorteil einer frühen Diagnose darin, dass kleine Nierentumore oft mit einer organerhaltenden Operation behandelt werden können. Somit ist kein/wenig Verlust an Nierenfunktion zu erwarten und die Prognose in Bezug auf die Erkrankung geht dann auch mit einer hohen Heilungsrate einher. Zur Erkennung von Nierentumoren eignet sich die Ultraschalluntersuchung der Nieren. Nierentumore in einem späten Stadium können Symptome wie Blut im Urin oder Schmerzen in den Flanken durch Verdrängungserscheinungen machen.


Die Behandlung von Nierentumoren ist in der Regel eine operative Entfernung des Tumors entweder durch ein organerhaltendes Verfahren oder eine Entfernung der Niere. Bei kleinen Nierentumoren älterer Menschen kann auch ein abwartendes Verhalten gewählt oder aber der Tumor durch eine minimal-invasive Lokale Maßnahme wie Ultraschallfrequenzablation behandelt werden. Sollte es sich um eine Situation handeln, in der der Nierentumor bereits in den Körper gestreut hat, so würde versucht mit einer medikamentösen Therapie die Erkrankung zu lindern.

Blasentumor

Ein frühes Symptom von Blasentumoren kann sichtbares Blut im Urin ohne Schmerzen beim Wasserlassen sein. Bei Verdacht auf einen Blasentumor erfolgt im Anschluss an die Urinuntersuchung, die körperliche Untersuchung und die Sonographie die Blasenspiegelung mit dem flexiblen Instrument. Diese führen wir in unserer Praxis in lokaler Betäubung in Videotechnik durch, so dass Sie auf dem Monitor alles mitverfolgen können. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Untersuchung wird die Diagnostik um eine Computertomographie der Nieren und der Harnleiter ergänzt.

 

Sollte sich der Verdacht auf einen Blasentumor in der Blasenspiegelung bestätigen, so würde ich für Sie eine operative Entfernung des Tumors in einer urologischen Klinik in Narkose veranlassen. Das Ergebnis der Operation besprechen wir dann gemeinsam und entwickeln für Sie ein therapeutisches oder Nachsorge-Konzept.

Hodentumor

Hodentumoren treten in der Regel im jungen Erwachsenenalter auf und machen sich durch eine schmerzlose tastbare Verhärtung an einem Hoden bemerkbar. Im Anschluss an die Körperliche Untersuchung erfolgt die Ultraschalluntersuchung der Hoden, der Nieren und der Blase sowie des Raums hinter dem Bauchfell (=Retroperitoneum). Die Ultraschalluntersuchung eignet sich sehr gut dafür auch schon kleine Hodentumore zu entdecken. Sollte sich hier der Verdacht auf einen Hodentumor bestätigen so würde die Untersuchung um eine Blutuntersuchung spezieller Hodentumormarker und eine Ausbreitungsdiagnostik mittels Computertonographie des Bauchs und gegebenfalls der Lunge ergänzt.

Grundsätzlich sind die Hodentumore durch die Fortschritte auch der medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten heutzutage oft heilbar, selbst wenn schon Absiedlungen (=Metastasen) in anderen Organen gefunden werden. Die Behandlung umfasst eine operative Entfernung des Tumors in Narkose und in Abhängigkeit vom Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung und der Bildgebung (Computertomographie) möglicherweise eine medikamentöse Therapie in Form einer Chemotherapie. Wir werden die einzelnen Schritte der Untersuchung und Behandlung zusammen mit Ihnen erarbeiten und ein Konzept für Sie entwickeln.

Penistumore

Tumoren des Penis sind sehr selten und entwickeln sich ausgehend von lokalen Geschwüren der Eichel. Erste Symptome können ein lokales Geschwür oder eine lokale Verhärtung bis zu einem soliden Gewächs der Eichel sein. Anschließend an die körperliche Untersuchung wird eine Ultraschalluntersuchung der Nieren, der Blase, der Hoden und des Penis erfolgen. Möglicherweise wird die Notwendigkeit gesehen, dass aus dem Befund eine Probe entnommen wird. Diese würde ich für Sie in einer nahe gelegenen urologischen Klinik in einer kurzen Narkose veranlassen, so dass wir dann das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung besprechen und für Sie ein therapeutisches Konzept erarbeiten können.

Fazit

Frühe Erkennung urologischer Tumoren verbessert die Heilungschancen erheblich. Moderne Diagnose- und Behandlungsmethoden ermöglichen effektive Therapien, selbst in fortgeschrittenen Stadien. Regelmäßige Vorsorge ist daher unerlässlich, um rechtzeitig handeln und individuelle Behandlungspläne erstellen zu können.

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